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Eigentlich würde ich ja gerne noch nach Alonnisos wollen, aber K legt ihr Veto ein. Warum aus Nea Klima wegfahren, wenn es hier doch alles gibt ?
Wer kann sich solchen Argumenten schon wiedersetzen ?
Die Crew der Bremer Amazone sieht es wohl genauso, denn die richten sich auch häuslich ein.

Der von Klaus bei unserem ersten Besuch in Nea Klima bereits innig ins Herz geschlossene Dorfpope hält sich weiterhin zurück, bis er auf einmal am Donnerstag um 7 Uhr morgens sich seiner Pflichten erinnert und die Dorfbevölkerung mit wildem Gebimmel zum Rapport bestellt. Offenbar ist er mit diesem nicht so ganz zufrieden, denn die anschließende Predikt dauert den ganzen Vormittag. Und damit auch keiner sagen kann, er hätte es nicht gehört, wiederholt sich das am Nachmittag nochmals. Zur Schlafenszeit ist der dann aber wohl doch endlich heiser :D .

Modetechnisch kann man hier wieder neue Fendermode kennenlernen. Was im Automobilbau seit vielen Jahren üblich ist - die in Wagenfarbe lakierten Fender, Verzeihung, Stoßstangen - hat nun endlich auch im Bootsbereich Einzug gehalten. Natürlich kann man solche in Rumpffarbe lackierten Schmuckstücke nicht einfach außenbords hängen. Da könnte die Farbe ja abplatzen. Und überhaupt, was schert ein Stahlboot die Nachbarn ;( .




Am Rückflugtermin kann auch K nichts rütteln und so fahren wir am Sonntag die knappen 10 sm nach Skiathos zurück und ankern an altbewährter Stelle. Allerdings sollte man nicht annehmen, daß ein Ankerplatz, der vor 3 1/2 Wochen ruhig war, diese auch jetzt noch ist. Die Musikbeschallung von Land (mindestens drei verschiedene Musikrichtungen gleichzeitig) setzt am späten Abend ein, erreicht gegen 4 Uhr morgens ihren Höhepunkt (zumindest was die Dezibel angeht) und endet um 6 Uhr. Da der Flieger um 10 Uhr geht passt das ja...

Ich bringe K mit dem Dinghy bis zur Startbahn - in Skiathos geht so etwas - und mache mich dann zum Shopping auf. Fast kaufe ich eine Harpune. Die Fische am Strand von Nea Klima in handlicher Größe für die Pfanne hatten uns auf den Gedanken gebracht. Auf Gummiköder scheinen die ja nicht zu stehen. Lasse es dann aber doch sein. Wer wildert schon im Aquarium ?

Um einer weiteren Diskonacht zu entgehen verhole ich Sioned nach dem Einkauf zwei Inseln weiter nach Alonnisos. Die Bucht Ormos Votsi hat mit der Beschreibung im Heikel nicht mehr viel gemein. Von der EU mit 4 Millionen gefördert hat man hier den Wellenbrecher erweitert, einen neuen Quay betoniert und sogar Strom- und Wassersäulen aufgestellt, die allerdings noch nicht in Betrieb sind. Dadurch gewinnt die Bucht praktisch den Status eines Hafens. Sogar an die Molenfeuer hat man gedacht. Die griechischen Fischer aus dem wenige hundert Meter südlich gelegegen Patitiri, das wir bei unserer Ankunft in den Sporaden bereit genießen durfen (inklusive heftigem Schwell) haben den Quay aber sofort annektiert, so daß für Yachten kaum Platz ist. Diese Ankern mit Landleine auf der gegenüberliegenden Seite bei Zikaden-Musik.

Ein wenig Schwell kommt immer noch durch die ca. 30 m breite Öffnung, aber kein Vergleich zu Patitiri





Meine Hoffnung auf einen Geheimtip indes verflüchtigt sich am nächsten Tag, als mehrere Schiffe (Flüchtlinge aus Patitiri) ihr Glück versuchen. Der ursprünglich neben mir ankernde Franzose wird von zwei Charteryachten eng bedrängt und sucht daraufhin das Weite mit einem bühnenreifen Notstart.

Ich finde beim Schnorcheln ein altes Mooringtau, das noch an einem Fels befestigt ist. Das wird sofort als zweite Achterleine annektiert. Das spätere Ablegen wird dadurch deutlich einfacher, da ich nach Lösen der Landleine nicht mehr mein Schiff jagen muß sondern die Mooring einfach von Bord aus loswerfen kann.

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